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Öffentliche Rede
im EP in
Straßburg... |
I.
Wie die Europäische Union die Lebenschancen jedes Einzelnen
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Allein können die europäischen Mitgliedstaaten wichtige Interessen
ihrer Bürger nicht mehr sichern - selbst ihre Gemeinschaft, die Europäische
Union, muss sich anstrengen:
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Wer in Europa
sicher leben will, muss organisierte internationale
Kriminalität (Menschen-, Dorgen-, Waffenhandel) gemeinsam
bekämpfen: Grenzsicherungen, Immigrations- und Asylpolitik
sind nur noch gemeinschaftlich möglich.
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Wer
gesunde Umwelt sichern will, braucht die Europäische
Union: Flüsse, Strände, Lebensmittel lassen sich nur
gemeinsam sauber und gesund halten.
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...und viele
Dialoge: Dr. Mom-
baur im Gespräch mit Kom-missionspräsident Jacques Delors. |
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Wer
stabiles Geld will, den Wert seines Geldes sichern
will, braucht die Europäische Union: Geldwertstabilität
ist Auftrag und Leistung der Europäischen Zentralbank.
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Wer
preiswert einkaufen will, braucht einen großen
Markt: Dies ist der Sinn des europäischen Binnenmarkts.
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Wer
chancenreich produzieren will, braucht einen
großen Markt mit klaren Regeln: Darin liegt der Sinn
des europäischen Binnenmarkts mit freiem Wettbewerb und strenger
Vorsorge, Marktmacht nicht zu missbrauchen.
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Wer
die europäische Lebensart (Kultur, Rechtssicherheit, Frieden,
Grundrechte) bewahren, nach Möglichkeit verbreiten will,
bedarf der Europäischen Union. |
Die Einwohner der 25 EU-Mitgliedstaaten (ab 2004) stellen ca. 7% der Weltbevölkerung.
Ihre Anliegen können sie im wesentlichen nur noch gemeinsam durchsetzen.
Souveränität der kleinen europäischen Nationalstaaten besteht
im dritten Jahrtausend vielfach in der Teilhabe an gemeinschaftlicher
Kompetenz. |
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| II.
Was die Europäer erreicht haben |
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| Die Europäische
Union ist eine historisch beispiellose Erfolgsgeschichte: |
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60
Jahre Frieden in Europa (zwischen dem Deutsch-Französischen
und dem Ersten Weltkrieg vergingen nur 43 Jahre, zwischen dem Ersten
und Zweiten Weltkrieg nur 21 Jahre) |
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Drei
ehemalige Diktaturen wurden integriert als stabile rechtssichere
Demokratien (Griechenland, Spanien, Portugal) |
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Mit
der Gemeinschaftswährung Euro treten die Europäer seit
1999 erstmals gemeinsam im Weltmarkt auf. Gleichzeitig wird das
Eigentum der Bürger geschützt (die Inflationsraten der
Jahren 1997-2002 sind deutlich niedriger als die durchschnittliche
Inflationsrate der 50-jährigen DM-Geschichte) |
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Staaten
ehemaliger kommunistischer Diktatur bedrohen nicht mehr Westeuropa;
vielmehr haben westeuropäische Staaten und die EU diesen Reformstaaten
seit 1989 beim Aufbau von Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechten
und freier Wirtschaft geholfen, so dass 10 von ihnen im Jahr 2004
Mitglied der Europäischen Union werden können. |
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Nie
zuvor war Europa so wohlhabend, so sicher und so frei - in einer
beispiellosen Periode des Friedens und der Stabilität. |
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| III.
Was die Europäer noch erreichen müssen |
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In der
Welt treten die Europäer vielfach noch uneins und weitgehend wirkungslos
auf. Das Europa der 25 erwirtschaftet ein Viertel des weltweiten Bruttosozialprodukts:
das verlangt,
mehr Verantwortung für die globale Sicherheit zu übernehmen. |
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Weltweite Entwicklungen bedrohen die Europäer um so mehr, je
weniger sie einheitlich darauf antworten: Terrorismus, Verbreitung
von Massenvernichtungswaffen in Verbindung mit Raketentechnologie,
zerfallende Staaten und weltweite Wanderungen (ausgelöst durch
Terror, Kriminalität, Klimaschäden, Wassermangel, Armut,
Korruption, Wohlstandssehnsucht oder Bevölkerungszunahme -
pro Tag ca. 220.000 Menschen) verlangen, dass die Europäer
nach außen einheitlicher handeln, und vor allem wirksamer. |
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Auch scheinbar sehr weit entfernte Konflikte haben sehr unmittelbare
Auswirkungen auf europäische Interessen. |
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Die Europäer müssen ihre Zone der Stabilität ausbreiten
durch Zusammenarbeit vor allem mit Nachbarstaaten; andernfalls wird
deren Instabilität die Europäer selbst gefährden.
Der beste Schutz für unsere Sicherheit wäre eine Welt
verantwortungsvoll geführter demokratischer Staaten, eine Welt,
die Gerechtigkeit und Chancen für jedermann bietet. |
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Unser moderner Gegner ist die Unsicherheit. Die Bedrohungen sind
dynamischer Art. Werden sie nicht beachtet, erhöht sich die
Gefahr, breitet sie sich aus. Keine der Bedrohungen ist rein militärischer
Natur und keine Antwort kann nur militärisch sein, sondern
muss wirtschaftliche Mittel, ziviles Krisenmanagement, Stärkung
demokratischer und rechtsstaatlicher Ordnungen, äußerstenfalls
auch militärische Mittel umfassen. |
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Europa ist in seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten im Kern abhängig
von Energiezufuhr: Öl und Gas aus Nordafrika, dem Nahen Osten,
Russland und der Kaspischen Region. |
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Sicherheit ist die wichtigste Voraussetzung der Entwicklung. Europa
muss eine normengestützte Weltordnung unterstützen - mit
UN, Welthandelsorganisation WTO, Internationaler Energieagentur
IEA, regionalen Organisationen wie ASEAN, MERCOSUR und Afrikanische
Union. |
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| Folgende
Dokumente können Sie sich ansehen, ausdrucken oder herunterladen: |
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| Beschluss des Europäischen Rates |
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